blanko magazin
GESTALTUNGSWORKSHOP I PRINT I MAGAZIN I KONZEPT
Die Aufgabenstellung: Ein Magazin entwickeln, dessen Titel und roter Faden sich an einer Farbe orientieren. Meine Wahl fiel auf Weiß
– und damit auf ein Gefühl, das wohl jeder Gestalterin kennt: die Angst vor dem weißen Papier. Jenen Moment der Leere vor dem ersten Strich, in dem die Möglichkeiten ebenso groß sind wie die Unsicherheit, überhaupt anzufangen.
Um dieser Angst auf den Grund zu gehen, verschickte ich Ausmalbilder an Freund*innen und Bekannte – bewusst ohne weitere Anleitung. Die Reaktionen: Viele, die sonst völlig unbefangen durch den Alltag gehen, zeigten plötzlich Zurückhaltung und fragten nach, was und wie sie malen sollen. Aus den zurückgesendeten, ganz unterschiedlich gefüllten Bildern entstand die Dosen-Illustration im Heft – ein kollektives Zeugnis dafür, dass der erste Schritt oft der schwerste ist, und zugleich der befreiendste, sobald er getan ist.
Ergänzt wird das Thema durch zwei fotografische Positionen befreundeter Fotograf*innen, die auf ihre eigene Weise „Farbe bekennen". Einmal ganz reduziert: analoge Schwarz-Weiß-Fotografie als bewusstes Bekenntnis zu Einfachheit und Aussagekraft, jenseits der digitalen Farbvielfalt. Und einmal kulturell verankert: eine fotografische Auseinandersetzung mit der eigenen italienischen Identität. Beide Positionen zeigen, dass Farbe – oder ihr bewusster Verzicht – immer auch eine Haltung ist.
Entstanden ist ein Magazin, das sich nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell dem weißen Papier stellt: mit viel Raum, reduzierter Typografie und den charakteristischen roten Kritzel-Elementen, die sich wie ein erster, zaghafter Versuch durch das gesamte Heft ziehen.
Umlaufendes Cover zur Klebebindung
Ausmahlbilder nach dem
Versenden an Freunde
und Bekannte
Doppelseite mit der Möglichkeit
im Magazin zu malen
Testdruck
Zitat einer Nachfrage bezüglich
der Bilder: “Man darf über den Rand
hinaus malen?”
Charlotte Burkhardt
& Jannik Härter
bekennen Farbe indem sie Farbe beiseite legen und schwarz weiß fotografieren
Elisa Nava dokumentiert Szenen und Menschen aus ihrer Heimat: Italien